Stress ist nicht gleich Stress
Stress ist nichts Außergewöhnliches - er gehört zum Leben.
Von ihm spricht man, wenn man das Gefühl der Überforderung hat, der man vermutlich nicht gewachsen ist. Dabei können sämtliche Bereiche des Körpers einzeln, aber auch der Körper insgesamt betroffen sein.
Das Erleben von Stress ist individuell verschieden. Sowohl die Auslöser, die Stressoren, als auch die Auswirkungen können unterschiedlich sein. Die persönliche Konstitution ist wesentliches Moment dafür, wann eine Situation als Überforderung empfunden wird.
Meist spricht man von Stress, wenn er negative Wirkungen entfaltet. Aber es gibt ihn auch in positiver Form. Dann werden Anstrengungen als Herausforderung empfunden. Der Körper ist bereit, sie zu meistern - hellwach, mit gesteigertem Blutkreislauf und beschleunigter Atmung. Erfolgreich gemeistert, folgt die Freude darüber. Mit einem Gefühl der Stärke und des Glücks endet die Anspannung. Die dabei ausgeschütteten Hormone bewirken das Entspannen der für die Leistungen notwendigen aktivierten Regionen des Körpers. Er fährt zurück in den Ruhezustand und kann sich erholen.
Der als unangenehm empfundene Stress ist belastend für Körper, Geist und Seele. Das negative Gefühl der Belastung tritt vor allen dann ein, wenn die Beanspruchung auf äußerst hohem Niveau langanhaltend ist und extreme Leistungen dauerhaft erbracht werden müssen.
Der mit der Überforderung entstehende Druck körperlicher, seelischer oder geistiger Art versetzt den Körper in eine dauerhafte Anspannung, der keine Entspannung folgt. Die dafür notwendigen Hormone werden nicht in die Bahnen geleitet. Die Erholung bleibt aus.
Anspannung und Entspannung – die Funktionalität des Körpers
Stell Dir ein elastisches Band vor. Es wird durch seine Benutzung gedehnt. Der anhaltende Gebrauch führt zur Abnutzung seines Materials. Seine speziellen Gebrauchseigenschaften – Elastizität und Ausdehnung – gehen verloren, wenn es überstrapaziert wird.
Wenn sämtliche Körperteile und Organe im Zusammenspiel funktionieren, bist Du gesund und leistungsfähig.
Fällt eine Funktion wegen Überlastung aus, kommt Dein Körper, physisch, psychisch, und geistig in Schwierigkeiten. Er verliert seine Fähigkeit im Ganzen, wenn nur ein Teil überstrapaziert ist und er seine Aufgabe nicht uneingeschränkt erledigen kann.
Die äußerste Anstrengung Deines Körpers, alles im Fluss zu halten, führt zu Überlastung – Dein Körper hat Stress und signalisiert seinen Bedarf an Erholung und Entspannung.
Du hast Nacken- und Kopfschmerzen, anhaltenden erhöhten Puls mit der Folge des Bluthochdruckes, keinen Appetit, kannst nicht schlafen und reagierst gereizt, weil Du übermüdet bist.
Deine Aufmerksamkeit lässt nach und Fehler in Deiner Arbeit schleichen sich ein. Du bist unzufrieden und gehst lustlos durch die Tage, weil Deine schmerzhaften Muskelverspannungen Deinen Körper blockieren. Du fühlst Dich nicht wohl, Deine Seele leidet, denn eigentlich bist Du ein fröhlicher Mensch.
So oder so ähnlich fühlst Du Dich, wenn Dein Körper nach Entspannung schreit.
Autogenes Training – eine Entspannungstechnik
Mit dem Autogenen Training kannst Du Deinem Körper helfen. Entspannung ist das, was Dein Körper benötigt, um wieder in ruhiges Wasser zu gelangen.
Das Entspannungsverfahren auf der Basis der Autosuggestion wurde vor ungefähr 100 Jahren aus den Erkenntnissen über die Hypnose heraus entwickelt. Durch die Entdeckung, dass die Menschen selbst, durch ihre eigene Vorstellungskraft zu tiefer Entspannung gelangen können, entwickelte sich bis heute zu einer anerkannten Methode der Psychotherapie. Die Autosuggestion hat sich bei Menschen seit vielen Jahrzehnten bewährt.
Das Autogene Training - die Entspannungstechnik in Stufen
Mit der schrittweisen ganzheitlichen Ansprache des Körpers sollen Blockaden gelöst werden. Erst dadurch wird Anspannung beendet und die Erholung möglich.
Auf die schrittweise Hinführung der Konzentration auf die Empfindung von Wärme, Schwere oder Kälte und dem bewussten Wahrnehmen der Atmung und der Herztätigkeit folgen Organübungen und das mentale Versenken und das Zurückkommen.
Die Entspannungstechnik wird durch Affirmationen oder positive Glaubenssätze unterstützt. Diese haben sich in anderen schwierigen Lebenslagen als hilfreich erwiesen. Verbunden mit dem Autogenen Training wirken immer wiederkehrende Sätze wie „Ich bin ruhig“ oder andere, geeignete autosuggestive Formeln auf die Gedanken und erzielen eine Umprogrammierung des Denkens. Wer die Autosuggestion bei Einschlafstörungen anwendet, wird mit der Affirmation „Ich bin müde“ erfolgreich einschlafen können.
Das befreiende Lösen der Spannung gelingt in verschiedenen Positionen, Sitzen oder Liegen, und in einer ruhigen Atmosphäre, ohne Störungen von außen.
Anwendungsgebiete
Das Ziel ist, stressbedingte Beschwerden dauerhaft zu lindern oder zu beheben.
Die Tiefenentspannung wird sowohl bei psychosomatischen als auch bei somatischen Erkrankungen angewendet.
Viele klinische Studien haben bewiesen, dass durch das Autogene Training verschiedene Krankheitssymptome gelindert werden können. Sowohl die allgemeine Wirksamkeit als auch die Wirkung bei speziellen Erkrankungen wurde nachgewiesen. Deshalb ist es bei vielen Krankheiten eine begleitende Therapie.
Nicht nur für den Körper, sondern auch für die Psyche ist es heilsam, zu einem Wohlgefühl zu gelangen und auf der Basis des Wohlbefindens, wieder zu Kräften zu kommen.
Sowohl zur Reduktion von Stress und bei der Prävention zur Vermeidung eines Burnout-Syndroms, als auch zur Behebung von Einschlafstörungen oder anderen Beschwerden ist diese Entspannungstechnik hilfreich.
Nicht von heute auf morgen – die Entspannungstechnik lernen
Auch wenn jeder Mensch grundsätzlich in der Lage ist, sich selbst Entspannung zu verschaffen - für ein optimales Ergebnis braucht es die perfekt ausgeführte Entspannungstechnik. Dafür ist eine professionelle Anleitung nötig. Die Fähigkeit der professionellen Anleitung wird durch eine spezielle Ausbildung des Therapeuten erworben.
Deine bewusste Wahrnehmung des eigenen Körpers bedarf der Konzentration, die geübt werden sollte, um therapeutische Erfolge zu erzielen.
Das Hinführen und die Konzentration auf Deinen Körper mit mentalen Fähigkeiten muss erlernt werden – ebenso die Beeinflussung des Unterbewusstseins durch die Kraft Deiner Vorstellung verlangt ein wenig Übung.
Wenn Du nach den gemeinsamen Übungen die Grundlagen der Entspannungstechnik beherrschst, kannst Du sie selbstständig anwenden.
Wenn Dir Stressoren das Leben schwer machen und Du Dich nicht entspannen kannst, helfe ich Dir gern. Melde Dich bei mir, um das Autogene Training zu lernen – ob in einer Gruppe oder im Einzelkurs.
